Am heutigen 1. Oktober startet in Berlin offiziell die diesjährige Kältehilfesaison. In den nächsten Monaten gibt es wieder in ganz Berlin zahlreiche niedrigschwellige Angebote, die Menschen ohne Obdach überlebenswichtige Hilfe bieten. In den besonders kalten Monaten von November bis März werden ungefähr 1.000 Schlafplätze zur Verfügung stehen.
GEBEWO pro als zentrale Drehscheibe im berlinweiten Netzwerk
Bei der Berliner Kältehilfe engagieren sich zahlreiche soziale Träger, Verbände, Vereine, Kirchgemeinden, Initiativen sowie unzählige Ehrenamtliche. Sie alle beteiligen sich am Kältehilfeprogramm mit eigenen Angeboten wie Notübernachtungen, Nachtcafés, Suppenküchen oder Tagestreffs.
Mit dem Betrieb der Koordinierungsstelle der Berliner Kältehilfe bildet die GEBEWO pro eine zentrale Drehscheibe dieses Netzwerkes. Die Koordinierungsstelle arbeitet ganzjährig daran, Angebote zu planen, weiterzuentwickeln und zu koordinieren, damit in der Kältehilfesaison ausreichend Schlafplätze zur Verfügung stehen. Mit dem gedruckten Kältehilfe-Wegweiser, der Website kaeltehilfe-berlin.de sowie der App der Berliner Kältehilfe informiert sie während der kalten Jahreszeit zudem über niedrigschwellige Angebote für obdachlose Menschen in ganz Berlin.
Über die Koordinierungsstelle hinaus leistet die GEBEWO pro mit zahlreichen ganzjährigen Angeboten einen Beitrag zur Berliner Kältehilfe. Dazu zählen die Beratungsstelle für Wohnungsnotfälle und Existenzsicherung, die Praxis am Stralauer Platz für obdachlose Menschen, die psychologischen Beratungsstellen für wohnungslose Frauen und wohnungslose Männer, die Notübernachtung für Frauen, die Frostschutzengel sowie die Tagesstätte für wohnungslose Menschen Seeling Treff.
Bedarf an niedrigschwelligen Angeboten ist weiterhin hoch
Bei der gestrigen Pressekonferenz der LIGA Berlin zum Start der Kältehilfesaison machten die Berliner Wohlfahrtverbände deutlich, dass die Kältehilfe zwar ein wichtiger Baustein der Wohnungsnotfallhilfe sei, die zentrale sozialpolitische Herausforderung jedoch die Wohnungslosigkeit und die damit verbundenen Problemlagen blieben. Nur ein funktionierendes System aus Unterbringung, niedrigschwelliger Beratung und weiterführenden Hilfen eröffne wohnungslosen Menschen nachhaltige Perspektiven.
In Berlin lebten am 31. Januar 2026 laut offiziellen Angaben der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA) 57.575 wohnungslose Menschen in Unterkünften. 16.095 von ihnen lebten bereits seit zwei Jahren oder länger in einer Unterkunft. Letzte Schätzungen aus dem Februar 2024 gehen zudem davon aus, dass 6.032 Menschen gänzlich ohne Unterkunft leben, also auf der Straße oder in Behelfsunterkünften. Aktualisierte Zahlen werden voraussichtlich Ende 2026 vorliegen.
Sicherung von Übernachtungsplätzen bleibt herausfordernd
Noch arbeiten die beteiligten Akteur*innen daran, möglichst viele Übernachtungsplätze für die kommenden Monate zu sichern. So befindet sich beispielsweise die GEBEWO in den letzten Abstimmungen für eine neue Notübernachtung in Lichtenberg: In den Räumen der Tagesstätte des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD) sollen 16 zusätzliche Übernachtungsplätze geschaffen werden.
Insgesamt erschweren dieses Jahr kurzfristige Absagen durch Vermieter*innen, aber auch langwierige Abstimmungs- und Genehmigungsprozesse die Bereitstellung dringend benötigter Unterkünfte. Aktuell ist beispielsweise noch unklar, ob die Neue Chance, die zusammen mit GEBEWO und GEBEWO pro den Verbund sozial.berlin bildet, wie im vergangenen Jahr eine Notübernachtung im überwiegend leerstehenden Steglitzer Kreisel betreiben kann. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf steht zur Zeit noch in Verhandlungen mit dem Vermieter.
Tagesaktuelle Informationen zu niedrigschwelligen Angeboten in ganz Berlin
Eine Übersicht mit allen Angeboten der Berliner Kältehilfe inklusive tagesaktuellen Informationen stellt die Koordinierungsstelle der Berliner Kältehilfe auf ihren digitalen Kanälen zur Verfügung: